Geschichte des Kölsch


Die Brautradition der Stadt Köln geht bis in das Jahr 873 zurück. Wie könnte es anders sein: Damit existiert in Köln eine ältesten urbanen Brautraditionen überhaupt. Doch das, was damals gebraut wurde, hatte mit dem heutigen Kölsch zunächst nicht viel gemeinsam. Bier schmeckte damals noch ganz anders. Gewürzt wurde statt mit Hopfen mit einer Kräutermischung und statt Hefe zuzuführen, verließ man sich auf die natürliche Luftgärung. Es wurde Kräuterbier genannt. Statt des damals noch unbekannten Hopfens wurden Kräuter (von Schafgabe über bittere Wurzeln und Rosmarin bis Eichenrinde) verwendet. Auch nutzte man Ingwer, Kümmel, Anis oder Wacholder. Zwar schmeckte dieses Bier vermutlich noch besser als das heutige Düsseldorfer Alt. Dennoch: Der leckere Kölsch-Geschmack war noch nicht gefunden.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde der Hopfen als Zutat für Bier entdeckt. Dabei galt als Vorteil des Hopfens zunächst gar nicht der Geschmack, sondern die dadurch bedingte längere Haltbarkeit des Bieres.

Im 16. Jahrhundert wurde dann zum ersten Mal untergäriges Bier gebraut. Dieses setzte sich in Köln aber (bis heute) nie so richtig durch. Die Kölner gaben sich schon damals nicht zufrieden. Sie suchten das beste Bier. Leider dauerte es noch gut 300 Jahre bis sie es fanden!

Kölsch im heutigen Sinne wird erst seit Ende des 19. Jahrhunderts gebraut. Laut Angaben der Garde-Brauerei wurde das erste “Kölsch“ im Jahre 1892 in Dormagen, in der damals noch im Privatbesitz befindlichen Vorgängerbrauerei von Garde gebraut. Verbrieft ist, dass in der Sünner-Brauerei seit 1906 Kölsch produziert wird und im Jahr 1918 zum ersten Mal mit dem Begriff “Kölsch“ für das helle, obergärige Bier von Sünner geworben wurde. Der Siegeszug des Kölsch hatte damit begonnen!
Kölscher Köbes

Im 19. Jahrhundert wurde dann aber bereits “Wiess“ gebraut, der Vorläufer des heutigen Kölschs. Dieses “Wiess“ kriegt man auch heute noch in manchen Kölner Lokalitäten. Gerade in den letzten Jahren ist es wiederentdeckt worden. Im Gegensatz zum Kölsch ist es unfiltriert und somit trüb. Es erinnert optisch etwas an Weizen, wie beim Kölsch wird allerdings Gerste als Getreide verwendet.

 

 

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